Von Juden und Christen und einem wiedererrichteten Kreuz
Die israelische Armee richtet ein schönes christliches Kreuz auf, bestraft die Täter, bittet um Entschuldigung.
Pater Schnabel von der Jerusalemer Benediktinerabtei verbreitet weltweit per Videos, wenn wieder einmal ein fanatischer jüdischer Bursch vor ihm ausspuckt.
Beim Besuch vor Jahrzehnten eines jüdischen Restaurants in Zürich provozierte mein prokatholischer Gepäckaufkleber einen jungen Juden, der aber sofort von seinen jüdischen Kameraden zur Ordnung gerufen wurde. In Israel dann spendierten Juden uns Pilgern Wein vom Berge Karmel.
Ein alter Jude schwärmte wehmütig vom früheren Köln.
Zwischen Juden und Christen gibt es nachblutende Verwundungen: die jüdische Verfolgung der Christen im 1. Jahrhundert, grausame Pogrome eines christlichen Mobs gegen Juden im Mittelalter.
Sowjetische Propaganda hat es über das Theaterstück „Der Stellvertreter“ des Deutschen Rolf Hochhuth erreicht, dass Pius XII. in Deutschland als Nazi-Freund verleumdet wird und in der Folge aktuell sein Bild in der „Halle der Schande“ (Tel Aviv) hängt. Das beeinflusst bei Juden die Vorstellung von der katholischen Kirche. Dabei hatte Albert Einstein die katholische Kirche als verlässlichen Freund gegen den Nationalsozialismus gelobt, und die israelische Ministerpräsidentin Golda Meir wie der jüdische Historiker Pinchas E. Lapide lobten Pius XII. als Retter von 800.000 Juden.
Und die deutschen Bischöfe hatten in den 1930er Jahren gegen den Arier-Wahn der Nazis geschrieben: „Kein Volk darf sich zum Abgott machen.“
Dennoch wabert im katholischen Bereich zugleich ein Misstrauen gegenüber Juden bis hin zu einem theologisch primitiven Judenhass, dann kombiniert mit sozialen Ängsten vor der „Hochfinanz“, das metaphysisch Böse antijüdisch säkularisierend.
Dass Johannes-Paul II. auf die Juden zuging, Israel anerkannte und Botschafter austauschte, kirchlicherseits die Juden heute als ältere Brüder aufgefasst werden, hindert weder die Bischöfe noch Leo XIV. im Politischen eher israelkritisch zu denken.
Israelische Soldaten haben nach der Schändung des Gekreuzigten ein schönes Kruzifix aufgestellt, als Zeichen ihres Bedauerns.
Dass die Juden dennoch keine Christen werden wollen, ist bekannt und rechtfertigt keine neuen Empörungen unsererseits.
Der oben gezeigte jüdische Dichter Franz Werfel (1890-1945) , liebte die katholische Kirche und verehrte dankbar die Muttergottes wegen seiner gelungenen Flucht vor den Nazis. Juden und Christen sah er als gemeinsames Tandem in der Weltgeschichte und stellte folgende Theorie auf:
Durch ihr Leugnen Jesu Christi als Messias wiesen gläubige Juden immerzu auf Jesus Christus hin.